"Dritte Orte NRW": Förderprogramm zur Entwicklung einer kulturellen Infrastruktur im ländlichen Raum ins Leben gerufen

Mit dem Förderprogramm „Dritte Orte – Häuser für Kultur und Begegnung in ländlichen Räumen" soll sowohl die Entwicklung neuer konzeptioneller Ansätze für die kulturelle Infrastruktur im ländlichen Raum als auch deren Umsetzung gefördert werden. Die erste Förderphase, die das Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes NRW ausruft, ist gestartet - jetzt bewerben!

Artikelbild "Dritte Orte NRW"

Das Ministerium für Kultur und Wissenschaft schreibt ein neues Förderprogramm für Kultureinrichtungen im ländlichen Raum aus. Ziel ist sowohl die Entwicklung neuer konzeptioneller Ansätze für die kulturelle Infrastruktur im ländlichen Raum als auch deren Umsetzung. Mit einem offenen, flexiblen Ansatz sowie der Verknüpfung mit einem Beratungsangebot für die Projektträger will das Programm verschiedenartige, innovative und experimentelle Vorhaben initiieren und ermöglichen.

Förderziel

Durch Öffnung und Vernetzung bzw. Bündelung von kulturellen Angeboten wie auch Angeboten der Bildung und Begegnung soll der zu entwickelnde "Dritte Ort" ein Ankerpunkt für kulturelle Vielfalt und ein Beitrag der Kultur zur Verbesserung des gesellschaftlichen Zusammenhalts, zur Schaffung von gleichwertigen Lebensverhältnissen und zur Stärkung von Identität werden. Die "Dritten Orte" sichern und erweitern die kulturelle Infrastruktur im ländlichen Raum und beziehen dabei haupt- und ehrenamtliche Aktivitäten ein.

Das Programm fördert kulturelle Einrichtungen in kommunaler und freier Trägerschaft, die in Kooperation mit weiteren Einrichtungen, Vereinen oder Initiativen die Entwicklung bzw. Weiterentwicklung eines "Dritten Ortes" für die Region voranbringen wollen. Auf Grund ihrer Lage im ländlichen Raum wird hierfür ein besonderer Bedarf gesehen. Zum Verständnis eines "Dritten Ortes" im Sinne dieses Förderprogramms wurden im Rahmen eines breit angelegten Beteiligungsprozesses folgende Merkmale erarbeitet, die in der Anlage Merkmale eines "Dritten Ortes" näher ausgeführt werden:

- Physischer, auf Dauer angelegter Ort
- Gute Erreichbarkeit
- Niedrigschwelliger, barrierefreier Zugang
- Geeignete Öffnungszeiten
- Einladende Atmosphäre und Gestaltung
- Kulturelle Angebote, Vernetzung verschiedener Nutzungen
- Nachhaltige Verantwortungsstruktur
- Technische Grundausstattung
- Beteiligungsprozess
- Einbindung in die Stadt-/Dorf- bzw. Regionalentwicklung

Das neue Förderprogramm hat eine Laufzeit von 2019-2023 und ist aufgeteilt in zwei Förderphasen:

Förderphase 1:

Entwicklung von Konzepten für die (Weiter-)Entwicklung einer Kultureinrichtung zu einem "Dritten Ort" (Laufzeit 10/2019-09/2020)

Förderphase 2:

Umsetzung von Konzepten "Dritter Orte" (Laufzeit 02/2021-12/2023)

Für die Jahre 2019-2023 sind, vorbehaltlich der Mittelbereitstellung durch den Haushaltsgesetzgeber, Fördermittel in Höhe von 9,75 Mio. EUR eingeplant, davon entfallen 750.000 EUR auf die Förderphase 1 und 9 Mio. EUR auf die Förderphase 2.

Wer kann sich bewerben?

Bewerben können sich Projektträger, die gemeinsam mit einem oder mehreren Partnern (Einrichtungen, Vereinen, Initiativen) ein Konzept für einen "Dritten Ort" entwickeln wollen. Dabei sind folgende Ausgangssituationen denkbar:

Variante A:

Ein neuer "Dritter Ort" soll entwickelt werden. Dabei ist eine Bündelung/Vernetzung von Einrichtungen bzw. Angeboten der Kultur und Bildung sowie eine Öffnung der Einrichtung zu einem Ort der Begegnung und des Austauschs vorgesehen.

Variante B:

Eine Einrichtung, die sich bereits als "Dritter Ort" versteht, möchte sich weiterentwickeln, z.B. einen besonderen Schwerpunkt ausbauen, neue Kooperationen eingehen oder über weitere Angebote neue Zielgruppen erschließen.

Eine Förderung erfolgt innerhalb der im NRW-Programm "Ländlicher Raum" weit gefassten Gebietskulisse Ländlicher Raum. Zudem müssen in der Bewerbung besondere Bedarfe oder eine besondere Rolle aufgrund der Lage im ländlichen Raum dargestellt werden. Zuwendungsempfänger können Gemeinden und Gemeindeverbände sowie juristische Personen des privaten oder öffentlichen Rechts sein. Je Zuwendungsempfänger kann pro Förderphase maximal eine Maßnahme berücksichtigt werden.

Was kann gefördert werden?

Zuwendungsfähig sind in Förderphase 1 Ausgaben, die für die Erstellung eines Konzepts zur Entwicklung oder Weiterentwicklung eines "Dritten Ortes" entstehen. Dazu gehören vor allem Honorare und Sachkosten z.B. für:

- externe Beratung,
- Prozessbegleitung,
- Beteiligungsformate,
- Veranstaltungen,
- Gutachten,
- künstlerische Projekte,
- Maßnahmen der Öffentlichkeitsarbeit.

Auch bürgerschaftliches Engagement kann berücksichtigt werden. Grundlage dafür ist die Richtlinie zur Berücksichtigung von bürgerschaftlichem Engagement im Rahmen von Zuwendungen im Kulturbereich vom 21. Dezember 2017 (Runderlass des Ministeriums für Kultur und Wissenschaft – 424.-00.03). Nicht zuwendungsfähig sind investive Maßnahmen sowie Personalkosten für feste Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Kommunen. Die Zuwendung erfolgt auf der Grundlage von §23 und §44 Landeshaushaltsordnung (LHO) sowie der allgemeinen Richtlinie zur Förderung von Projekten und Einrichtungen auf dem Gebiet der Kultur, der Kunst und der kulturellen Bildung. Pro Projekt stehen in der Förderphase 1 maximal 50.000 EUR zur Verfügung. Der Fördersatz beträgt in der Regel höchstens 80 v.H. der zuwendungsfähigen Gesamtausgaben. Der zu erbringende Eigenanteil kann vollständig durch bürgerschaftliches Engagement substituiert werden. Damit erkennt der Zuwendungsgeber den besonderen Stellenwert ehrenamtlicher Initiativen bei der Entwicklung von "Dritten Orten" an bzw. regt die frühzeitige Einbeziehung bürgerschaftlichen Engagements ausdrücklich an. Die Bewilligung erfolgt durch die zuständige Bezirksregierung per Zuwendungsbescheid.

Wie läuft das Antrags- bzw. Auswahlverfahren?

Die Bewerbung für die Förderung einer Konzeptentwicklung erfolgt ausschließlich mit der beigefügten Vorlage für die Bewerbung "Dritte Orte" Förderphase 1. Diese muss vollständig ausgefüllt bis zum 30.04.2019 beim Programmbüro "Dritte Orte" postalisch oder per E-Mail eingegangen sein:

Programmbüro "Dritte Orte"
c/o startklar a+b GmbH
Burgmauer 20
50667 Köln
E-Mail: info@dritteorte.nrw

Eine Fachjury wird die Bewerbungen anhand der folgenden Kriterien bewerten:

- Die dargestellten Bedarfe aufgrund der Lage im Ländlichen Raum sind nachvollziehbar.
- Die beschriebene aktuelle Herausforderung für die Einrichtung und erste Überlegungen für ein (Weiter-)Entwicklungskonzept sind plausibel.
- Eine kulturelle Programmatik ist erkennbar.
- Ein Akteursnetzwerk bzw. die angestrebten Kooperationen sind dargestellt.
- Ein verantwortlicher Projektkoordinator wird benannt.
- Die eingereichte Idee wird als realisierbar eingeschätzt.

Ein Anspruch auf Förderung besteht nicht. Die endgültige Entscheidung über eine Förderung trifft das Ministerium für Kultur und Wissenschaft NRW im Rahmen der verfügbaren Haushaltsmittel und unter Berücksichtigung der Juryempfehlung. In der Förderphase 1 können voraussichtlich bis zu 15 Projekte gefördert werden.
Bei einer positiven Förderempfehlung der Fachjury werden die Bewerber benachrichtigt und aufgefordert, bis zum 31.07.2019 einen formalen Antrag mit ausführlichem Kosten- und Finanzierungsplan bei der zuständigen Bezirksregierung zu stellen. Der Maßnahmenbeginn ist für den 01.10.2019 vorgesehen, der Durchführungszeitraum für die Konzeptentwicklung beträgt 12 Monate. Mit der Maßnahme darf erst nach Eingang des Bewilligungsbescheids begonnen werden. Eine Förderung der Konzeptentwicklung ist keine Gewähr dafür, dass auch die spätere Umsetzung gefördert wird.

Alle Informationen rund um das Förderprogramm "Dritte Orte – Häuser für Kultur und Begegnung im ländlichen Raum" finden Sie auch unter www.dritteorte.nrw.
Sie möchten in den Verteiler für weitere Informationen rund um das Förderprogramm "Dritte Orte" aufgenommen werden (u.a. zum Auftaktkongress am 27.02.2019)? Dann schicken Sie eine E-Mail an: info@dritteorte.nrw.

Die vollständige Ausschreibung finden Sie hier.