Bundeswettbewerb "Gesund älter werden in der Kommune" prämiert gute Ideen Bewegungs- und Mobilitätsförderung

Noch bis Ende September können Städte, Gemeinden und Landkreise ihre Maßnahmen und Konzepte zum Schwerpunktthema des Wettbewerbes einreichen. Das Preisgeld beträgt insgesamt 60.000 €.

Ziel und Thema des Wettbewerbs

Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) beschäftigt sich seit einigen Jahren intensiv mit dem Thema „Gesund und aktiv älter werden“. Kommunale Strategien der Gesundheitsförderung und Prävention für ältere Menschen stehen dabei bislang eher weniger im Fokus. Um solche kommunalen Strategien zu dokumentieren, einer breiten Öffentlichkeit bekannt zu machen und zur Nachahmung anzuregen, wird auf Initiative der BZgA erstmalig ein Wettbewerb „Gesund älter werden in der Kommune“ durchgeführt. Der Wettbewerb hat die Bewegungs- und Mobilitätsförderung bei älteren Menschen als Schwerpunktthema. Dass dieses Thema so prominent gesetzt wird, hat seinen guten Grund. Bewegung und Mobilität können Prozesse des Alterns positiv beeinflussen und zu mehr Lebensqualität beitragen. Im Idealfall werden durch Bewegungs- und Mobilitätsförderung die Anzahl gesunder Lebensjahre erhöht und die Pflegebedürftigkeit hinausgeschoben.

Die Stärkung von körperlicher Aktivität und Mobilität, die Schaffung eines bewegungsförderlichen Wohnumfelds, das Vorhalten wohnungsnaher Infrastrukturangebote und die Entwicklung und der Ausbau des öffentlichen Personennahverkehrs sowie von Mobilitätshilfediensten sind nur einige Möglichkeiten, mit denen Kommunen und andere Akteure zu gesunden und bewegungsfördernden Lebensbedingungen und damit präventiv zur Gesundheit im Alter vor Ort beitragen können. Dabei ist Bewegungs- und Mobilitätsförderung bei älteren Menschen eine Querschnittsaufgabe, die über den Gesundheitsbereich weit hinausgeht und zu der andere Ressorts wie Stadtplanung, Verkehr, Freiraumplanung einen wichtigen Beitrag leisten können. Bewegungs- und Mobilitätsförderung will sowohl Verhältnisse (z.B. bewegungsförderliche Wohnumgebung, lokale Netzwerke) als auch das individuelle Verhalten von Menschen positiv beeinflussen. Dabei geht es nicht so sehr
um Bewegung im Sinne sportlicher Aktivitäten, sondern vielmehr um die Förderung von Bewegung und Mobilität im Alltag.

Inhalte der Wettbewerbsbeiträge

Gesucht werden Wettbewerbsbeiträge zur Gesundheitsförderung und Prävention für ältere Menschen im Bereich Bewegungs- und Mobilitätsförderung. Die Beiträge können sich beispielsweise beziehen auf:
• kommunale Konzepte zur Bewegungs- und Mobilitätsförderung bei älteren Menschen,
• Maßnahmen und Angebote zur Erreichung alltagsbezogener Bewegungs- und Mobilitätsförderung von älteren Menschen,
• Bewegungsräume/Bewegungsparcours im Quartier, in Parks und Grünanlagen,
• barrierefreie und bewegungsförderliche Gestaltung des öffentlichen Raums,
• wohnortnahe Infrastrukturen,
• (Weiter-)Entwicklung und Ausbau des öffentlichen Personennahverkehrs,
• (Weiter-)Entwicklung und Ausbau von Mobilitätshilfediensten,
• Stärkung der Gesundheits- und Bewegungskompetenz sowie des Wissens um die gesundheitliche Bedeutung körperlicher Aktivität bei älteren Menschen,
• Unterstützung von Akteuren in der Kommune bei der Planung und Durchführung von Maßnahmen zur Bewegungs- und Mobilitätsförderung bei älteren Menschen.

Die Wettbewerbsbeiträge können auf verschiedene Zielgruppen (z.B. junge Alte, Hochbetagte, ältere Frauen, ältere Männer, sozial benachteiligte ältere Menschen, Mobilitätseingeschränkte) und verschiedene Settings/Einrichtungen (z.B. Seniorenfreizeitstätten, Sportvereine, Nachbarschaftshäuser, Altenheime) ausgerichtet sein. Die Beiträge müssen bereits realisierte Konzepte, Projekte und Maßnahmen betreffen. Lediglich geplante Vorhaben können als Wettbewerbsbeitrag nicht
berücksichtigt werden.

Prämierung der Wettbewerbsbeiträge

Jury

Eine von der BZgA berufene Jury bewertet die Wettbewerbsbeiträge und wählt die zu prämierenden Beiträge aus.

Preisgelder und Urkunden

Es steht ein Preisgeld von insgesamt 60.000 Euro zur Verfügung. Alle Teilnehmer erhalten eine Urkunde.

Bewertungskriterien

• konzeptionelle Einbindung
• Vorliegen einer Ausgangs- und Bedarfsanalyse
• Festlegung detaillierter Ziele
• Qualitätsmanagement und Evaluation
• ganzheitliche und umfassende Ausrichtung
• Förderung von Empowerment, Eigeninitiative und Partizipation
• Unterstützung bürgerschaftlichen Engagements
• geschlechtsspezifische/-sensible Ausrichtung
• soziallagensensible Ausrichtung
• Verankerung in der Verwaltung/ressortübergreifender Ansatz
• Einbindung verwaltungsexterner Akteure
• Einbindung von Multiplikatoren
• Vernetzung und Kooperation von Akteuren
• langfristige und nachhaltige Implementation
• kommunalpolitische Verankerung/Unterstützung
• Innovationsgehalt
• Transfergehalt

Verfahren und Organisation

Teilnehmerkreis

Alle deutschen Städte, Gemeinden und Landkreise sind zur Teilnahme eingeladen. Teilnahmeberechtigt sind außerdem Kommunalverbände sowie die Träger der kommunalen Selbstverwaltung in den Stadtstaaten. Präventionsaktivitäten Dritter (z.B. Krankenkassen, Einrichtungen der Seniorenarbeit) können nur als Bestandteil der Bewerbung einer Kommune berücksichtigt werden.

Bewerbungsunterlagen und Einreichung der Wettbewerbsbeiträge

Bewerbungsunterlagen können beim Wettbewerbsbüro angefordert werden und sind zudem über die Website http://www.wettbewerb-aelter-werden-in-balance.de erhältlich. Die Einreichung der Wettbewerbsbeiträge ist auf dem Postweg, per E-Mail oder Online möglich.

Bewerbungsschluss

24. September 2015 (Datum des Poststempels bzw. des elektronischen Versands)

Preisverleihung

März 2016 in Berlin

Wettbewerbsbüro

Deutsches Institut für Urbanistik gGmbH
Wettbewerbsbüro
Zimmerstraße 13–15, 10969 Berlin
E-Mail: gesund_aelter_werden@difu.de
Internet: http://www.wettbewerb-aelter-werden-in-balance.de

Ansprechpartnerinnen

Christa Böhme
Telefon: (030) 39001-291

Nadine Dräger (Organisation)
Telefon: (030) 39001-201

Dr. Bettina Reimann
Telefon: (030) 39001-191